FAO erwartet mengen- und wertmäßigen Rekord

Der weltweite Handel mit Lebensmitteln hat sich beschleunigt und steht kurz davor, sowohl mengen- als auch wertmäßig einen neuen Rekord zu erreichen. Das geht aus einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor, der heute veröffentlicht wurde. Demnach werden die weltweiten Nahrungsmittelimporte im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich einen historischen Höchststand erreichen und 1 750 Mrd $ (1 511 Mrd Euro) übertreffen; das entspräche einem Anstieg um 14 % gegenüber 2020. Im Vergleich zu einer früheren Prognose vom Juni 2021 ergäbe sich ein Plus von 12 Prozentpunkten.

Die FAO erklärt die Entwicklung mit dem höheren Preisniveau der international gehandelten Lebensmittel und einer Verdreifachung der Frachtkosten. Die rasch steigenden Preise für Lebensmittel und Energie stellten inzwischen ärmere Länder und Verbraucher, die einen großen Teil ihres Einkommens für diese Grundbedürfnisse ausgäben, vor erhebliche Herausforderungen. Für Entwicklungsregionen erwartet die FAO, dass deren Gesamtrechnung für Lebensmittelimporte im Vergleich zu 2020 um 20 % steigen wird. Länder mit niedrigem Einkommen und Nahrungsmitteldefizit müssten infolge der höheren Kosten und wachsender Importmengen sogar mit einem noch stärkeren Ausgabenanstieg rechnen.

Die weltweiten Produktionsaussichten für die wichtigsten Getreidearten skizziert die FAO indes als robust, wobei für 2021 Rekordernten für Mais und Reis erwartet werden. Allerdings dürfte die Verwendung von Getreide für den menschlichen Verzehr und als Futtermittel voraussichtlich schneller zunehmen, so die Organisation. Bei den Ölsaaten und Folgeprodukten deuteten die Prognosen für die Saison 2021/22 dagegen auf eine Verbesserung der allgemeinen Versorgungslage hin.

Die Weltzuckererzeugung wird sich gemäß der Vorhersage der FAO 2021/22 nach drei Jahren des Rückgangs erholen, aber immer noch hinter dem globalen Verbrauch zurückbleiben. Für die weltweite Fleischerzeugung wird 2021 ein Anstieg prognostiziert, der in erster Linie auf ein rasches Produktionswachstum in China, insbesondere bei Schweinefleisch, zurückzuführen ist. Und auch bei der Milcherzeugung geht die FAO von einer weltweiten Zunahme aus. AgE


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