Kommission erwartet nur geringes Milchmengenwachstum

In ihrer aktuellen Herbstprognose geht die EU-Kommission bis Ende 2022 nur von einer moderaten Zunahme der Milcherzeugung in der Gemeinschaft aus. Die Brüssler Analysten erwarten, dass die Rohmilchanlieferungen an die Molkereien in den Mitgliedstaaten 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund 400 000 t oder 0,3 % auf 145,8 Mio t wachsen; im kommenden Jahr soll ein Anstieg um 900 000 t oder 0,6 % auf 146,7 Mio t erfolgen. Hierbei unterstellt die Kommission, dass die Milchkuhbestände weiter rückläufig sind, und zwar um 0,8 % in diesem Jahr und 0,9 % im nächsten. Bei der Zählung im Mai und Juni 2021 in den 13 wichtigsten Produzentenländern hatte die Milchkuhherde allerdings binnen Jahresfrist um 1,3 % abgenommen.

Die geringere Tierzahl soll den Brüssler Analysten zufolge durch weitere Produktivitätsfortschritte mehr als ausgeglichen werden. Diese werden für das laufende Jahr auf 1,3 % und für 2022 auf 1,5 % veranschlagt, womit die durchschnittliche Milchleistung je Kuh auf 7 713 kg steigen würde. Allerdings weisen die Experten darauf hin, dass die hohen Kosten für Zukauffutter die Steigerungsraten bei der Produktivität bereits gemindert hätten; 2019 hatte diese Rate noch bei 2,8 % gelegen.

Etwas überraschend geht die Kommission davon aus, dass der saisonale Anstieg der Milcherzeugerpreise über den Winter "begrenzt ausfallen" soll. Sie begründet das mir einer voraussichtlich nachlassenden Nachfrage in China sowie in anderen "preissensiblen Märkten", bei gleichzeitig saisonal zunehmender Milcherzeugung in der EU. Nach den zuletzt verfügbaren Daten lag der mittlere EU-Milcherzeugerpreis im August bei 36,40 Cent/kg und damit um 10,0 % über dem Vorjahresniveau. Der Butterpreis übertraf das Augustniveau von 2020 jedoch um 15,8 %, Magermilchpulver um 19,0 % und Gouda um 6,4 %.

Seit August sind die Preise für Standardmilchprodukte jedoch weiter kräftig gestiegen, teilweise auf mehrjährige Höchststände. Da die Milcherzeugerpreise erst mit zeitlicher Verzögerung folgen, Milchprodukte auch international teurerer geworden sind und das Rohstoffangebot meist als knapp beschrieben wird, besteht laut Experten durchaus die Möglichkeit für einen kräftigeren Anstieg der Milcherzeugerpreise in den nächsten Monaten. AgE


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