Ölsaaten, Getreide und Kartoffeln

Angetrieben von positiven Vorgaben der Pflanzenöle zeigt sich beim Raps an der Euronext/Matif auch in den letzten Tagen und heute keine Verschnaufpause. Bis 16.00 Uhr kletterte der Frontmonat um 9,75 Euro/t weiter nordwärts, spätere Termine legen um 4,00-5,00 Euro zu. Auch an den Kassamärkten steigen die Notierungen. Erzeuger halten ihre Lagerbestände, sofern sie welche aufgebaut haben, zurück. Die Importzahlen der EU liegen unter denen des vorangegangenen Wirtschaftsjahres. Transportprobleme und die kleine Ernte in Kanada machen sich auch hier bemerkbar. Canola in Winnipeg legte mit Wochenstart ebenfalls wieder deutlich zu.
Der Sojakomplex kann ebenso von den positiven Vorgaben der Pflanzenölmärkte profitieren. Zudem unterstützen anziehende Exportmengen das Preisgefüge. Die wöchentlichen Exportinsektionen übertrafen mit 2,298 Mio. Tonnen selbst die optimistischeren Erwartungen der Marktteilnehmer. Derweil wird in Brasilien die Aussaat durchgeführt. Die Farmer dort kommen aufgrund günstiger Wetterbedingungen gut voran, bis zum 14.10 waren 22 % der angepeilten Flächen bestellt. Das Plus gegenüber der Vorwoche beträgt 12 % und damit könnte diese Aussaat die zweitschnellste überhaupt werden.

Mit deutlichen Aufschlägen gingen die Getreidepreise an der CBoT und der Matif ins Wochenende. Am gestrigen Monat zeigten sich insbesondere an der Matif Gewinnmitnahmen und damit kleine Kurskorrekturen, die am heutigen Dienstag bis zum Mittag weitestgehend aufgeholt wurden, zur Stunde zeigen sich jedoch wieder Verluste über alle Liefermonate. An der fundamentalen Lage hat sich auf dem Weizenmarkt weiterhin wenig geändert. Die Sorge eine knappe globale Versorgung, Transportprobleme und Transportkosten prägen die Stimmung an den Getreidemärkten. Gleichzeitig konnte die russische Preisspirale in dieser Woche gestoppt werden. Die FOB-Preise legten erstmals seit Wochen nicht weiter zu. Die Exportmengen Russlands liegen 26 % hinter denen des Vorjahres zurück. Für die kommende Ernte 2022 erwartet Sovecon eine Erntemenge von über 80 Mio. Tonnen und damit 5,2 Mio. Tonnen mehr als voraussichtlich in dieser Saison gedroschen werden konnten. Ob sich deswegen etwas den der russischen Exportpolitik ändert bleibt abzuwarten. An den Kasssamärkten in Deutschland steigen die Preise für Brotweizen mit Anfang dieser Woche leicht. Nach wie vor zeigt sich die Mischfutterindustrie verhalten am Markt. Viele Schweinemäster beispielsweise stallen derzeit nicht ein was die Futternachfrage sinken lässt.

Das Marktumfeld für Mais zeigt sich weiterhin von den guten Erntebedingungen in den USA gekennzeichnet. An der Matif leuchten die Vorzeichen heute, nach Gewinnmitnahmen gestern, wieder grün. Auch an der CBoT legen die Preise der Corn-Futures zu. Die jüngsten Exportinspektionen zeigen eine gute Nachfrage nach US-Mais. Mit einer wöchentlichen Menge von 976.218 Tonnen wurden ein neuer Wochenrekord seit Anfang August 2021 festgestellt. Mit Blick auf die aktuelle Versorgungssituation bei den Düngemitteln macht sich zunehmend die Erkenntnis breit, dass die Anbaufläche in der kommenden Saison deutlich kleiner ausfallen könnte.

Das Ende der Ernte für fast alle Verwendungssorten ist Absehbar. Regional behindert Regenwetter die Ernte, weitestgehend sind die Felder aber abgeerntet.

Am Markt für Speisekartoffeln zeigt sich eine ausgeglichen Lage. An den fundamentalen Rahmenbedingungen hat sich wenig bis nichts geändert. Einzelne Sonderaktionen im LEH lassen Nachfrage aufkommen, Transportprobleme und die Herbstferien bremsen jedoch eine lebhaftere Situation. Die Preise bleiben unverändert. Die Vermarktung läuft derzeit weiterhin meist ab Feld.

Auf dem Markt für Verarbeitungskartoffeln zeigt sich die Vermarktung der Frühen Sorten und der nicht eingelagerten Herbsternte weitestgehend abgeschlossen bzw. im Plan. Die Fabriken fordern derzeit hohe Mengen ab und arbeiten auf Volllast. Freie Waren haben dabei derzeit jedoch keine Absatzmöglichkeiten. Die Verarbeiter zeigen sich für die kommenden Wochen ausreichend mit Kontraktwaren gedeckt. Die Ernte von Verarbeitungskartoffeln in den Niederlanden läuft schleppend, in den Poldergebieten sind die Rodebedingungen gut, im Norden und im Südwesten ist es jedoch vielfach zu nass. PotatoNL hob die Notierung im Vergleich zur Vorwoche an.

An der EEX steigen die Preise für Verarbeitungskartoffeln heute. Mittlerweile findet auch der April-23-Termin mehr und mehr Beachtung. Die Arpril-21-Kontrakte legen heute um 0,20 Euro/dt auf 21,30 Euro zu.


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