Satellitendaten: Nadelwaldverluste auf bis zu einem Zehntel der Flächen

Nordrhein-Westfalen hat in den zurückliegenden Jahren ein Zehntel seiner Nadelwaldflächen verloren und ist damit trauriger Spitzenreiter unter den Bundesländern. Das zeigt ein Online-Waldmonitor Deutschland, den die Naturwald Akademie und die Remote Sensing Solutions GmbH auf Basis von Satellitendaten zusammen erarbeitet und jetzt veröffentlicht haben. Demnach sind in Deutschland seit 2018 insgesamt 48 165 ha Laubwald und sogar 201 741 ha Nadelwald verschwunden, wobei es regional große Unterschiede gibt.

Wie aus der digitalen Karte hervorgeht, sind in Nordrhein-Westfalen 10,3 % der Nadelwaldfläche im Berichtszeitraum verkahlt, in Sachsen-Anhalt 8,2 % und in Hessen 8,1 %. In den anderen Bundesländern sieht es etwas besser aus. Mit 1,0 % besonders niedrig war der Nadelwaldverlust in Bayern. Bei den Laubwäldern ist die Lage nach Angaben der Naturwald Akademie deutlich entspannter, wenn auch nicht gut. In Sachsen-Anhalt sind dem Waldmonitor zufolge 1,9 % der Laubwälder verlorengegangen. In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt es auf 1,3 % der jeweiligen Laubwaldflächen keine Bäume mehr.

Grundlage des neuen Waldmonitors ist eine Analyse der frei verfügbaren Sentinel-2 Daten des Europäischen Copernicus-Satelliten-Programms. Wie der Geschäftsleiter der Remote Sensing Solution GmbH, Dr. Jonas Franke, erläuterte, können mit einer Auflösung von 10 m mal 10 m pro Pixel aktuell und fortlaufend Informationen über den Waldzustand in Deutschland gewonnen werden. Neben der Vitalität von Laub- und Nadelbäumen könnten auch Aufforstungsaktivitäten und die Entwicklung der Schadflächen verlässlich dokumentiert werden.

Der Leiter Wissenschaft und Forschung der Naturwald Akademie, Dr. Torsten Welle, betonte, dass der Klimawandel eine regelmäßige, bundeseinheitliche Überprüfung des Waldzustandes notwendig mache. Die mit dem Klimawandel verbundenen Prozesse veränderten den Wald so schnell, dass eine Stichprobe von etwa 10 000 Bäumen der jährlichen Waldzustandserhebung nicht ausreiche, um den Vitalitätszustand des Waldes flächendeckend zu beschreiben. Mit dem neu entwickelten Waldmonitor könnten jederzeit aktuelle Satellitenbilder eingespeist werden, um den Zustand des Waldes zu überwachen. AgE


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