Erste Warnstufe für zu niedrigen Schlachtschweinepreis erreicht

In China hat sich Mitte Juni der ungebremste Preisverfall am Schweinemarkt fortgesetzt. Die Erlöse für Schlachtschweine sind mittlerweile so weit abgesackt, das die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission am vergangenen Mittwoch die erste von drei Warnstufen ausgerufen hat. Diese gehören zu einem neuen System der Markt- und Preisstabilisierung, welches Anfang Juni mit verschiedenen Maßnahmen ins Leben gerufen wurde. Neben einer genaueren Marktbeobachtung bei hohen oder niedrigen Preisen nehmen dabei die strategischen Schweinefleischreserven des Landes eine bedeutende Rolle ein, die je nach Marktlage auf- oder abgestockt werden sollen.
Eingeführt wurden auch neue Kennziffern im Frühwarnsystem, die neben der Bestandsentwicklung den Verlauf der Preise und deren Relation zueinander auf den verschiedenen Marktstufen abbilden. Dass für die Schlachtschweineerzeugung maßgebliche Maß ist das Verhältnis vom Schlachtschweinepreis zu den Futterkosten. Lange Zeit galt hier die Relation 5,5 zu 1 als Break-Even-Punkt der chinesischen Schweineproduktion. Aufgrund der gestiegenen Futterkosten wurde das Verhältnis allerdings auf 7 zu 1 heraufgesetzt. Dieses wurde nun für einige Zeit deutlich unterschritten, weshalb die erste Warnstufe ausgerufen wurde.

Dies dürfte zum Aufbau von Lagerbeständen führen, könnte aber auch eine weitere Bremse für die chinesischen Schweinefleischimporte sein. Ohnehin ist der chinesische Markt derzeit durch das zahlreiche Angebot an schlachtreifen und schweren Schweinen mehr als gut versorgt, weshalb die Erzeugerpreise einbrachen. Am vergangenen Freitag (18.6.) wurde der landesweite Durchschnittspreis mit 13,25 CNY (1,73 Euro) je Kilogramm Lebendgewicht (LG) angegeben. Allein seit Monatsanfang ist der Preis um 22,0 % gesunken, seit Jahresbeginn um 63,8 %. Die Schlachtschweinepreise liegen damit unter denen der USA und eine kostendeckende Erzeugung ist für die chinesischen Schweineproduzenten in der Regel nicht mehr möglich. AgE


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