Bauernverband pocht auf Klimabonus für Grünland

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Forderung nach Einführung eines Grünland-Klimabonus und weiterer Grünlandmaßnahmen im Rahmen der Eco-Schemes bekräftigt. Dem Bauernverband zufolge sollten Betriebe mit mehr als 75 % Grünland künftig für ihre Kohlenstoffspeicherung einen Klimabonus von 90,0 Euro pro Hektar erhalten.
Der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling begründete dies heute vor Journalisten mit der höheren Kapazität von Dauergrünland als Kohlenstoffsenke. Grünland speichere laut Bodenzustandserhebung rund 39 t mehr Kohlenstoff als Ackerböden. Daraus errechne sich bei den üblichen Umrechnungsfaktoren und bei einem vorausgesetzten "CO2-Preis" von 60,0 Euro/t ein "Klimazins" von 90,0 Euro/ha.

In diesem Zusammenhang forderte Hemmerling ein politisches Umdenken beim Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft, der bei C-Senken bislang auf die zusätzliche Speicherung von Kohlenstoff abzielt. Für ihn ist der Erhalt einer Kohlenstoffsenke wie Dauergrünland durch den Landwirt bereits "eine Leistung, die auch etwas wert ist". Diese müsse honoriert werden. Notwendig ist nach Ansicht des stellvertretenden DBV-Generalsekretärs zudem die Einführung einer Maßnahme zur Honorierung einer vielfältigen Grünlandnutzung und dem Feldfutteranbau mit einem Leguminosenanteil.

Hemmerling sieht durchaus Spielraum zur Etablierung solcher Programme, wenngleich er einräumt, dass seitens des Gesetzgebers aktuell keine Klarheit über mögliche Fördersätze in den etablierten oder auch diskutierten Eco-Schemes bestehe, was die Ausgestaltung erschwere. Hier müsse das Bundeslandwirtschaftsministerium dringend nachlegen. Ungeachtet dessen bestehe auf dem Verordnungsweg aber ohne weiteres die Möglichkeit zur Änderung bestehender Schemes oder zur Einführung neuer.

Der stellvertretende DBV-Generalsekretär Hemmerling erneuerte darüber hinaus seine Kritik an den derzeitigen "Überlappungen" von Fördermaßnahmen der Eco-Schemes der Ersten Säule mit bestehenden Agrarumweltmaßnahmen (AUM) in der Zweiten Säule. Hier seien aktuell ohne den Ökolandbau rund 300 Mio Euro an Fördergeldern betroffen. Hemmerling drängt deshalb auch hier auf Änderungen zur Vermeidung einer "Kannibalisierung" von Maßnahmen der Zweiten Säule. Ansonsten drohten Landwirte, die bereits heute viele Agrarumweltmaßnahmen durchführten, zu Verlierern der Agrarreform zu werden. AgE


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