Kartoffeln und Getreide

Fehlende Reiseaktivitäten zu Ostern sorgen für einen stärkeren Speisekartoffelabsatz als in anderen Jahren. In allen Regionen Deutschlands zeigt sich eine umfangreiche Auftragslage aus dem Lebensmitteleinzelhandel. Insbesondere in den Überschussregionen sind derzeit allerdings festkochende Sorten reichlich vorhanden, weshalb die gute Nachfrage nicht zwangsläufig zu Preisaufschlägen führt. Die Preisnotierungen zeigen sich unverändert. Frühkartoffeln aus südlichen Ländern finden weiterhin ihren Weg in die Regale, sorgen allerdings derzeit nicht für eine starke Konkurrenz zu heimischen Kartoffeln. Exportmöglichkeiten sind weiterhin rar. Besonders Polen versucht mit günstigen Offerten Waren in Süd- und Südosteuropa zu platzieren.
Die Lockdown-Diskussion sorgen weiterhin dafür, dass die Frittenverarbeiter nur sehr begrenzt Waren abrufen. Überwiegend werden in den Fabriken Vertragswaren verarbeitet. Freie Waren werden kaum nachgefragt. Konkurrenz bekommen deutsche Erzeuger zudem verstärkt aus Frankreich. Große Lagermengen drücken nicht nur dort, sondern suchen mittlerweile auch verstärkt ihre Wege in die Fabriken in Belgien und den Niederlanden. In den Niederlanden selbst senkte PotatoNL gestern nocheinmal die Notierungen. Käufer sucht man hier vergebens, die Umsätze sind auf einem geringer Niveau. Entsprechend zeigt sich das Niveau an der EEX im Vergleich zum Freitag mit Wochenbeginn schwächer.

Die Preise für Weizen an Matif und CBoT starteten mit unterschiedlichen Vorgaben in die Karwoche. In Paris ging es im Fronmonat um 4 Euro/t nach unten und auch die weiteren Termine verloren einen Euro je Tonne. Gute Wetteraussichten in Russland und Europa und die jüngste Prognose der EU-Kommission, die die Weichweizenernte für den Kontinent nach oben korrigierte, drücken derzeit auf die Stimmung. Der wieder gefallene Euro verbessert zwar die Exportchancen der hiesigen Exporteure, die FOB-Preise am Schwarzmeer oder an der US-Goldküste sind jedoch attraktiver. Auf dem Weltmarkt sind die großen Einkäufer in dieser kurzen Osterwoche nicht mit großen Tendern unterwegs. Die Nachfrage entwickelt sich somit rückläufig.

An der CBoT zeigen sich im vorbörslichen Handel heute schwächere Notierungen. Alle Termine haben bis zum Mittag rote Vorzeichen. Die Wachstumsbedingungen im mittleren Westen sind gut, so das viele Marktteilnehmer damit rechnen, dass am morgigen Mittwoch die Bestandsbewertungen und die Ernteaussichten im Quartalbericht des USDA nach oben korrigiert werden. Die institutionellen Anleger reduzierten bereits in der vergangenen Woche ihre Netto-Long-Positionen deutlich. 83.663 Long-Kontrakte stehen 75.503 Short-Positionen gegenüber. In der vergangenen Woche war das Gap zu Gunsten der Long-Positionen noch deutlich größer.

Die Preise für Mais starteten ebenfalls mit roten Vorzeichen in die kurze Handelswoche. Der Frontmonat Juni verlor 2,00 Euro, die weiteren Termine zeigen sich zwischen 1,00 Euro und 1,75 Euro schwächer als noch am Freitag. Der Importbedarf der EU ist weiterhin gegeben. Jedoch zeigen sich auch hierzulande aufgrund des hohen Maispreises im Vergleich zum Weizen erste Tendenzen einer geänderten Nachfrage der Futtermischer. Einige Marktbeobachter rechnen damit, dass diese künftig mehr Weizen und damit weniger Mais ins Futter mischen werden. Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch in Amerika. Hier waren die Maiskontrakte an der CBoT seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Gestern und heute zeige sich Preise schwächer. Marktteilnehmer rechnen mit einer höheren Anbaufläche in den USA. Zudem zeigen sich die Wetterbedingungen für die kommende Maisaussaat positiv.

Die US-Exportinspections, die bereits gestern veröffentlicht wurden, zeigen sowohl für Weizen als auch für Mais geringere Mengen als noch vor einer Woche. Dennoch liegen bei beiden Getreidearten die Mengen deutlich über denen der Vorjahreswoche. ZMP


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