EU-Kommission will Kohlenstoffspeicherung als Geschäftsmodell fördern

Die Europäische Kommission wird in diesem Jahr eine Initiative auf den Weg bringen, um die Speicherung von Kohlenstoff als neues Geschäftsmodell zu fördern. Wie der Hauptberater der Generaldirektion Klimapolitik, Dušan Chrenek, gestern im Rahmen der Veranstaltung "Land- und Forstwirtschaft für den Klimaschutz: Impulse aus Baden-Württemberg" erklärte, sollen Landbewirtschafter durch die Speicherung von CO2 ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften können, beispielsweise durch Agroforstsysteme oder die Wiedervernässung von Mooren. Die "Carbon Farming Initiative" werde eine nachhaltigere Bewirtschaftung der Böden und der Wälder unterstützen und auch Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie fördern.

Laut Chrenek wird in Brüssel zudem an einem Entwurf für einen EU-weiten Mechanismus zur Zertifizierung der Kohlenstoffspeicherung gearbeitet, um einen einheitlichen regulatorischen Rahmen zu schaffen. Dazu werde bis 2023 eine neue Gesetzgebung vorgelegt. Eng verbunden sind diese Bemühungen nach Angaben des Kommissionsberaters mit der neuen Waldstrategie. Diese werde eine wichtige Rolle bei den Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Schutz der Artenvielfalt spielen.

Der kommissarische Vorstandsvorsitzende des Landesforstbetriebes ForstBW, Max Reger, forderte von der Brüsseler Behörde stabile Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Waldpflege und eine dauerhafte Holzverwendung. Die verschiedenen Strategien der EU-Kommission müssten widerspruchsfrei ausgestaltet und die Kohlenstoffspeicherung der Wälder honoriert werden. Gebraucht werde zudem ein klares Bekenntnis zur nachhaltigen Forstwirtschaft als Beitrag zur Produktion langlebiger Holzprodukte.

Reger forderte außerdem einen verlässlichen finanzieller Rahmen für die Entlohnung der Ökosystemdienstleistungen des Waldes. Funktionen wie Schutz, Lebensraum und Erholung würden derzeit überwiegend kostenfrei zur Verfügung gestellt, müssten künftig aber honoriert werden. Langfristig sei die Finanzierung von Betrieben allein aus dem Verkauf von Holz mehr als schwierig; daher brauche es mehrere Standbeine. AgE


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