Vorderer Rapsfuture in Paris touchiert die 500-Euro-Marke

An der europäischen Leitbörse Matif hat der vordere Rapskontrakt zur Andienung im Mai gestern von oben kommend auf der psychologisch wichtigen 500-Euro-Marke aufgesetzt. In den heutigen Handelstag ist der Rapsfuture leicht erholt gestartet, wobei Marktbeobachter angesichts der aktuell hohen Preisvolatilität jederzeit mit einem weiteren Kursrücksetzer rechnen. Am 8. März hatte der Frontmonat in Paris nach zuvor explosionsartigem Anstieg noch bei 528 Euro/t sein bisheriges Allzeithoch markiert.
Analysten sehen den Kurssturz beim Rohöl als ursächlich für die Kehrtwende beim Raps. Der vordere Terminkontrakt der Leitsorte Brent verlor an der Terminbörse von Chicago binnen eines Tages mehr als 7 % an Wert. Ein Fass mit 159 l Rohöl kostete damit nur noch umgerechnet 54 Euro. Mit ein Auslöser für diesen Preiseinbruch war der Monatsreport der Internationalen Energieagentur (IEA).

Die Organisation trat darin laut dem Branchendienst Tecson den Prognosen einiger Rohstoffanalysten entgegen, die für den Ölweltmarkt eine Fortsetzung des Preisanstiegs vorhergesagt hatten. Stattdessen sieht die IEA eine solide und komfortable Angebotsseite. Die Schwäche beim Rohöl färbte auch auf die Sojanotierungen an der Weltleitbörse von Chicago ab. Im Nachthandel verloren die vorderen Maibohnen 3 % und rutschten unter die Marke von 14 $/bu (431 Euro/t).

Bei der Terminhandel Kaack GmbH geht man davon aus, dass Finanzfonds in den letzten Tagen ihre massiven Kaufpositionen im Sojakomplex aufgelöst haben. Regen in Argentinien, schwache Exportverkäufe von US-Soja, der Wechsel der Käufer hin zu südamerikanischer Ware sowie Aussichten auf eine Rekordaussaat an Soja in den Vereinigten Staaten hätten den Bären an den Terminmärkten frisches Futter geliefert.

Da die Rapsbestände aus der Ernte 2020 bis auf Restmengen geräumt sind, konzentrieren sich die Ackerbauern auf die neuernigen Rapskontrakte an der Matif. Rapssaaten zur Andienung im August kosteten heute zum Börsenauftakt um die 435 Euro/t. Aus dem Handel ist zu hören, dass viele Landwirte die zuvor erreichte Preisspitze von gut 450 Euro/t genutzt hätten, um größere Teile der Rapsernte 2021 schon weit vor dem Drusch per Vorkontrakt zu vermarkten. AgE


© 2021 Raiffeisen Alstätte-Vreden-Epe eG -
Kontakt: info@raiffeisen-ave.de - Datenschutz Impressum
Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren
OK