Getreiderat rechnet mit etwas mehr Weizen als bislang

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat seine Prognose zur globalen Weizenernte 2020/21 heraufgesetzt. Die Londoner Experten gehen in ihrem Februar-Bericht von einer Gesamtmenge von 773,0 Mio t aus; Ende Januar war mit 5 Mio t Weizen weniger gerechnet worden. Die Korrektur ist das Ergebnis von Anpassungen in einzelnen Regionen, unter anderem für Kasachstan und Russland.
Für Kasachstan hoben die Londoner Fachleute ihre Weizenernteschätzung um fast 2 Mio t auf 14,3 Mio t an. Sie reagierten damit auf die jüngste Aktualisierung der offiziellen Statistiken, die für Nord- und Zentralkasachstan eine deutlich höhere Weizenerzeugung 2020 als bisher ausweisen. Damit hätten die Kasachen die größte Weizenmenge seit drei Jahren vom Feld geholt. Hinzu kommt, dass der Weizen zu 80 % die Spezifikationen der Mehlmühlen erfüllt, während dies zur Ernte 2019 nur zu zwei Dritteln der Fall war. Auch in Russland ist die offizielle Schätzung nochmals heraufgesetzt worden, und zwar um 0,8 Mio t auf 85,3 Mio t. Diese Menge weist jetzt auch der Getreiderat aus.

Seine Schätzung für Australien hat der IGC ebenfalls nach oben geschraubt, weil in Westaustralien und New South Wales mehr Weizen als erwartet gedroschen wurde: In "Down Under" sollen 2020/21 insgesamt gut 33 Mio t Weizen vom Halm geholt worden sein, nach nur 15,2 Mio t in der Kampagne davor. Ein Ausreißer nach unten ist hingegen Argentinien. In dem südamerikanischen Land soll mit 17,2 Mio t die kleinste Weizenmenge seit fünf Jahren eingefahren worden sein, wenngleich das Druschergebnis in der Provinz Buenos Aires aufgrund starker Flächenausdehnung bei gleichzeitig hohen Weizenerträgen gegen den Landestrend auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten gesprungen ist.

Der an der europäischen Leitbörse Matif gehandelte Terminweizen zeigte sich gestern aber nur kurz beeindruckt von der eigentlich "bärischen" Produktionsschätzung aus London. Im Handelsverlauf verlor der vordere Märzkontrakt zwischenzeitlich 3 Euro/t, um dann doch einen Euro fester mit 245,75 Euro/t aus dem Handel zu gehen. Seit Jahresbeginn hat der aktuelle Frontmonat damit bereits 30 Euro/t zugelegt, im letzten halben Jahr sogar um mehr als ein Drittel. AgE


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