Schlachtschweinepreis steigt kräftig

Die Winterstarre am deutschen Schlachtschweinemarkt ist offenbar vorbei. Mit den steigenden Temperaturen im Vorfrühling geht es auch mit den Schlachtschweinepreisen wieder deutlicher nach oben. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat heute ihre Leitnotierung um 9 Cent auf 1,30 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) heraufgesetzt. Das ist für die Erzeuger zwar immer noch kein kostendeckender Preis, doch ist nun in etwa wieder das Niveau von Mitte September 2020 erreicht, als der Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland bei einem Wildschwein die Notierung erstmals in den Keller schickte. Der zweite Absturz auf 1,19 Euro/kg erfolgte Mitte November infolge des Schweinestaus.

Der Markt hat sich im Vergleich zu den Vormonaten gedreht. Die Überhänge am Lebendmarkt sind in vielen Regionen verschwunden und schlachtreife Tiere werden wieder gesucht. Das Schweineangebot ist durch die gestiegenen Schlachtaktivitäten, weniger belegte Sauen und verringerte Ferkeleinfuhren merklich kleiner geworden und dürfte Analysten zufolge auch im weiteren Jahresverlauf klar unter dem Vorjahresniveau bleiben. Gleichzeitig sind am Fleischmarkt Nachfrageimpulse zu spüren und die Teilstückpreise ziehen an. Der wegen der ASP weitgehend fehlende Drittlandsexport wird jedoch weiter schmerzlich vermisst.

Begünstigt wird die Markterholung in Deutschland von der Entwicklung in der Europäischen Union, wo Schlachtschweine in vielen Ländern eher knapp als reichlich zur Verfügung stehen und die Notierungen schon seit längeren anziehen. Das gilt insbesondere für Spanien, wo die Schlachtbetriebe wegen guter Exportaussichten Schweine sehr rege nachfragen, zumal diese in den kommenden Monaten saisonal immer teurer werden dürften. Am Mercolleida rechnet man für morgen mit einem Notierungsanstieg von 4 Cent bis 6 Cent/kg Lebendgewicht (LG). In einer ähnlichen Größenordnung dürften sich Schlachtschweine in Belgien verteuern.

In den Niederlanden gab es diese Woche bereits Aufschläge von 4 Cent/kg, und in der nächsten dürfte angesichts des festen EU-Marktes noch etwas hinzukommen. Am Marché du Porc Breton in Frankreich wird ebenfalls mit einem Notierungsanstieg gerechnet; dort laufen derzeit für Fleisch wichtige Preisverhandlungen mit den Ketten des Einzelhandels. In Italien sind seit Jahresbeginn die Schlachtschweinepreise bereits um rund 20 Cent/kg LG gestiegen; nun dürfte sich die Aufwärtsentwicklung aber abschwächen. Grund ist laut Analysten, dass die Fleischpreise weniger stark zugelegt haben und die Marge der Schlachtbetriebe immer deutlicher in den roten Bereich gerät. AgE


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