Tierische Produkte im Dezember 15,5 Prozent billiger als im Vorjahr

Die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sowie der Corona-Pandemie lasten schwer auf den Märkten für tierische Produkte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, lagen die Preise für tierische Erzeugnisse in Deutschland im Dezember 2020 um durchschnittlich 15,5 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit verstärkte sich der Rückgang im Vorjahresvergleich nochmals; im November hatte er 13,5 % betragen. Er kommt laut den Wiesbadener Statistikern vor allem durch die bereits seit einigen Monaten sehr niedrigen Preise für Schlachtschweine zustande. Diese lagen um 39,9 % unter dem Stand von Dezember 2019; es ist der größte Rückgang seit Mai 2020. Im November 2020 hatte sich das Minus auf 34,5 % belaufen.
Eine entgegengesetzte Preisentwicklung war Destatis zufolge für Schafe und Ziegen zu beobachten: Hier stiegen die Preise in den zwölf Monaten bis Dezember 2020 insgesamt um durchschnittlich 18,7 %; im November hatte die Veränderung 22,1 % betragen.

Im Gegensatz zu den tierischen Erzeugnissen lagen die Preise für pflanzliche Produkte im Dezember 2020 über dem Niveau des Vorjahresmonats, und zwar um 2,2 %. Der Anstieg war vor allem auf den im Mittel um 11,5 % höheren Preis für Getreide - insbesondere Weizen - zurückzuführen. Ein Auslöser hierfür könnte die von Russland angekündigte Exportsteuer für Weizen sein, erklärte das Bundesamt. Zudem sei eine erhöhte Nachfrage nach Weizen aus Importländern zu beobachten.

Beim Gemüse betrug die Preissteigerung im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat 10 %. Ausschlaggebend hierfür war im Wesentlichen die Verteuerung von Salaten um 20,9 % sowie von Blumenkohl von 20,4 % durch das witterungsbedingt verknappte Angebot. Noch höher fielen die Aufschläge beim Obst aus: Die Preise lagen im Dezember 2020 im Schnitt um 34,2 % höher als im Dezember 2019. Ausschlaggebend waren den Wiesbadener Statistikern zufolge frostbedingte Ernteausfälle in Teilen von Deutschland.

Für Speisekartoffeln erlösten die Erzeuger dagegen gut die Hälfte weniger. Sie waren im Berichtsmonat um 50,8 % billiger als im Dezember 2020; damit erhöhte sich der Abstand zum Vorjahr weiter, denn im November 2020 hatte das Minus 49,2 % betragen. Hierfür dürften laut Destatis vor allem die große Erntemenge und die fehlende Nachfrage von Gastronomie und Großküchen maßgebend sein. Zudem finde kaum Ware den Weg in den Export.

Insgesamt lagen die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte im Dezember 2020 um durchschnittlich 9,1 % niedriger als im Vorjahresmonat. Einen ähnlich starken Rückgang gegenüber dem Vorjahr hatte es zuletzt im Juli 2015 gegeben. Allerdings legten die Preise im Vergleich zum Vormonat November im Mittel leicht zu, und zwar um 0,3 %. AgE


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