China importiert voraussichtlich noch mehr Weizen und Mais

Chinas Einfuhren an Weizen und Mais dürften in der laufenden Saison noch umfangreicher ausfallen als bislang erwartet. Davon geht zumindest das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) aus. Wie aus dessen gestern veröffentlichten Bericht zu den internationalen Getreidemärkten hervorgeht, wird die Volksrepublik 2020/21 insgesamt 10 Mio t Weizen importieren; mit dieser höchsten Menge der vergangenen 25 Jahre würde das Vorjahresniveau um 3,6 Mio t oder gut 67 % übertroffen. Im Januar hatten die Washingtoner Fachleute mit einem Weizeneinfuhrbedarf Chinas von 9 Mio t gerechnet.
Das Ministerium begründete die erneute Anhebung der betreffenden Prognose mit dem hohen Futterbedarf des Landes. Die Importware sei regional wettbewerbsfähiger als Weizen und Mais aus inländischer Erzeugung. Während der ersten Hälfte der laufenden Vermarkungssaison sei Frankreich der wichtigste Auslandsanbieter von Weizen in China gewesen mit einem Durchschnittspreis von 270 $/t (225 Euro/t); im Vergleich dazu seien chinesischer Weizen und Mais im Mittel um etwa 44 % beziehungsweise 60 % teurer gewesen.

Die Weizenexporte der EU und des Vereinigten Königreichs sieht das USDA nun für 2020/21 bei insgesamt 27 Mio t; das bedeutet gegenüber der Prognose von Januar einen Aufschlag von 500 000 t. Allerdings hatte die EU-28 im vergangenen Wirtschaftsjahr 38,4 Mio t Weizen exportiert. Die Voraussage für die Weizenausfuhr Russlands beließ das Ministerium dagegen trotz der zuletzt von Moskau angekündigten Getreidezölle bei 39 Mio t.

Im Hinblick auf die Maiseinfuhren Chinas gehen die Washingtoner Marktexperten für 2020/21 jetzt von 24 Mio t aus; zuvor waren hier "lediglich" 17,5 Mio t erwartet worden. Die Vorjahresmenge belief sich auf schätzungsweise 7,6 Mio t. Die kräftige Anhebung der Importvorhersage wird unter anderem mit den umfangreichen Maislieferungen der Ukraine nach China im Dezember 2020 begründet. Zudem hätten US-Exporteure im vorigen Monat mit chinesischen Kunden Verträge über die Lieferung beträchtlicher Maismengen bis August abgeschlossen. Zusammengenommen mit dem bereits von Anfang September bis Ende Januar nach China verschifften US-Mais ergibt sich für die Vereinigten Staaten bei dieser Getreideart eine Rekordliefermenge in die Volksrepublik von 17,7 Mio t. AgE


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