Landtechnikindustrie trotz Corona mit Rekordumsatz

Die in Deutschland produzierenden Landmaschinen- und Traktorenhersteller haben im zurückliegenden Jahr trotz coronabedingter Beschränkungen einen Umsatzrekord erzielt. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) heute mitteilte, stiegen die betreffenden Erlöse im Corona-Jahr 2020 um 5 % auf 9 Mrd Euro und damit auf ein neues Allzeithoch. "Auch in Krisenzeiten sind landwirtschaftliche Erzeugnisse und Nahrungsmittel sehr gefragt. Landwirtschaft und Landtechnik gelten als systemrelevant. Das nutzt den Landwirten, den Verbrauchern und unserer Industrie", resümierte der Geschäftsführer des VDMA Landtechnik, Dr. Bernd Scherer.

Mit Umsatzzuwächsen von 11 % standen die Traktoren an der Spitze der Entwicklung, was dem VDMA zufolge auch mit dem Aufbau von zusätzlichen Produktionskapazitäten in Deutschland zusammenhängt. Ebenfalls erfolgreich hätten die Hersteller von Dünge- und Pflanzenschutztechnik das Corona-Jahr abgeschlossen. Absatztreiber seien hier vor allem Maschinen zur hochpräzisen Applikation mit minimalem Mitteleinsatz gewesen. Mit Pflanzenschutztechnik habe die Industrie zweistellige Umsatzzuwächse verbucht, während die Düngetechnikproduzenten ein Wachstum von 6 % verzeichnet hätten. Damit konnten beide Segmente laut dem VDMA an den positiven Trend der Vorjahre anknüpfen.

Wie Scherer ausführte, war ein wesentlicher Grund für den guten Lauf der Landtechnikbranche die außergewöhnliche Entwicklung der Weizen- und Grobgetreidepreise. Diese seien seit Juli kräftig gestiegen und hätten zwischenzeitlich ein Zehnjahreshoch erreicht. "Wir erleben derzeit weltweit eine hohe Getreidenachfrage. Das ist in Zeiten der Krisenbevorratung nicht ungewöhnlich, allerdings spielen auch Spekulationserwartungen eine gewisse Rolle", erläuterte der Geschäftsführer.

Daneben haben laut Scherer gezielte staatliche Investitionsanreize zur Förderung klima- und umweltfreundlicher Produktionsprozesse in der Landwirtschaft die Kauflaune der Landwirte und Lohnunternehmer in Europa und den USA erhöht. "Intelligente Prozesslösungen, die den Einsatz von Diesel, Düngemittel und Pflanzenschutzchemie bei steigendem Ertrag signifikant reduzieren, prägen längst die Produktportfolios unserer Industrie", stellte Scherer in dem Zusammenhang fest.

Er wies außerdem darauf hin, dass sich die Landtechnikindustrie seit 2017 ununterbrochen in der Pluszone bewege, "womit unsere Branche ein wichtiger Stabilitätsanker im Maschinen- und Anlagenbau ist". Für das laufende Jahr rechnet der VDMA mit weiterem Wachstum auf den Endkundenmärkten für Landmaschinen und Traktoren, und zwar nach jetzigem Prognosestand mit einem Umsatzplus von erneut 5 %. AgE


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