Rindfleischexporte stark gesunken

Australiens Rindfleischexporteure haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Ware ins Ausland verkaufen können als 2019. Laut Daten des dortigen Landwirtschaftsministeriums belief sich die Ausfuhr auf 1,04 Mio t Frachtgewicht; das waren fast 190 000 t oder 15,4 % weniger als im Jahr zuvor. Ähnlich niedrig fiel der Export zuletzt Mitte des vergangenen Jahrzehnts aus, als ebenfalls Dürrefolgen das Schlachtaufkommen und damit das Exportangebot stark eingeschränkt hatten.
Laut dem Branchenverband Meat and Livestock Australia (MLA) hat 2020 auch der deutliche Anstieg der Rinderpreise in Australien die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Rindfleischverkauf beeinträchtig; zudem geriet der Absatz beim vormals wichtigsten Kunden China aufgrund der politischen Spannungen spürbar ins Stocken. Die Ausfuhr in die Volksrepublik brach nach der Sperrung mehrerer australischer Anbieter gegenüber 2019 um mehr als 100 000 t oder 34,5 % auf 196 700 t ein. Neuer Hauptabnehmer von australischem Rindfleisch wurde dadurch Japan mit 269 300 t. Allerdings war auch auf diesem Markt ein Exportrückgang zu verzeichnen, der sich im Vorjahresvergleich auf 18 200 t oder 6,3 % belief.

Zudem verringerten sich die Rindfleischausfuhren in die USA um mehr als 40 000 t oder 15,9 % auf 211 750 t; das war eines der schwächsten Ergebnisse in den vergangenen 30 Jahren. Laut MLA brachen die Exporte des vorwiegend gelieferten Verarbeitungsfleischs für die Burgerproduktion in den USA im zweiten Halbjahr 2020 regelrecht ein, da in Australien viel weniger Kühe geschlachtet wurden und deren hohen Preise kaum wettbewerbsfähige Angebote zuließen. Auch der Rindfleischverkauf nach Indonesien, Taiwan, Saudi-Arabien und die Philippinen ging im zweistelligen Prozentbereich zurück, während sich die Ausfuhrmengen nach Südkorea und Kanada knapp auf dem Vorjahresniveau behaupten konnten.

Das MLA geht davon aus, dass sich die Folgen der Dürre und des Bestandsabbaus in Australien auch in den kommenden zwei Jahren noch negativ auf das Exportangebot auswirken werden. Erst für 2023 wird wieder mit einem normalen Ausfuhrvolumen von rund 1,2 Mio t gerechnet. AgE


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