ISN fordert Corona-Nothilfen für die Schweinehalter

Den deutschen Schweinehaltern ist in Folge der Corona-Pandemie durch fehlende Schlachtkapazitäten und eingebrochene Preise bereits ein Milliarden-Schaden entstanden. "Die Lage der Schweinehalter ist extrem ruinös. Die Betriebe brauchen jetzt schnelle und unbürokratische Corona-Hilfen analog zur Gastronomie", forderte heute der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Dr. Torsten Staack. Die Schweinehalter seien aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie unverschuldet in diese katastrophale Lage geschlittert.
Die coronabedingten Einschränkungen in Schlachtbetrieben hätten zu einem Schweinestau und zu Absatzrückgängen in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und im Export geführt, erläuterte Staack. Der Mastschweinepreis sei daraufhin von mehr als 2 Euro/kg Anfang März auf jetzt 1,19 Euro/kg abgestürzt, die Ferkelpreise im gleichen Zeitraum von 80 Euro auf 27 Euro. Lege man die seit März 30 Millionen vermarkteten Schweine zugrunde, lasse sich wegen Corona ein Verlust von 1,3 Mrd Euro kalkulieren, der sich zusammen mit den Erlöseinbußen durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) sogar auf 1,5 Mrd Euro belaufe.

"Für die Schweinehalter geht es jetzt um die Existenz", betonte der ISN-Geschäftsführer. Wenn die Politik jetzt nicht handle, nehme sie sehenden Auges in Kauf, dass viele Familienbetriebe ihre Schweinehaltung aufgeben müssten. Dies hätte nicht nur weitreichende Folgen für ganze Landstriche, es bringe sogar die Selbstversorgung mit heimischem Schweinefleisch in Gefahr. Neben den Corona-Nothilfen müssten die Maßnahmen zur Auflösung des Schweinestaus und zur Öffnung der Exportmärkte konsequent umgesetzt werden.

Die Schweinehalter können laut Staack ihren Betrieb nicht einfach so anhalten und die Produktion stoppen. Es würden weiter Ferkel geboren und die Tiere im Stall wüchsen weiter und müssten auch weiter versorgt werden. Eine Erhöhung der Schlachtkapazitäten sei deshalb nötig. Kritisch sieht die ISN hingegen die derzeit diskutierte Bezuschussung der privaten Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch. Dies sei nicht zielführend, weil das Geld nicht bei den Bauern ankomme. Analysten wiesen zudem darauf hin, dass in Deutschland die Kühlhäuser bereits recht gut gefüllt seien. AgE


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