Rufe nach aktivem Bestandsmanagement werden lauter

In Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen werden die Rufe nach einem aktiven Bestandsmanagement des Wolfes lauter. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern forderte heute die Möglichkeiten zum schnellen Handeln, wenn ernste Schäden entstanden und genetisch Nachweise erbracht worden seien. Die Landesregierung müsse sich dafür engagieren, dass der Wolf in Anhang V der Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie komme, unterstrich Verbandsvizepräsident Dr. Manfred Leberecht. Außerdem müsse der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden.
Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus appellierte an die Bundesregierung, den günstigen Erhaltungszustand des Wolfes festzustellen. Das sei wichtig für ein Bestandsmanagement. Sonst gehe das Verständnis der Menschen verloren, die immer wieder auch die negativen Folgen der Rückkehr des Wolfes zu spüren bekämen. Laut offiziellen Zahlen sind in dem Bundesland derzeit elf Wolfsrudel nachgewiesen; das sind drei mehr als 2019. Auch die Zahl der Risse sei gestiegen. Bis zum 1. September dieses Jahres hätten sich 56 Vorfälle mit 202 getöteten und weiteren 59 verletzten Tieren ereignet.

Auch für die FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag gehört der Wolf ins Jagdrecht. So könne die Zahl der Wölfe auf ein für alle verträgliches Maß reguliert werden, unterstrich der landwirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Hermann Grupe. Die bisherigen Versuche, Problemwölfe gezielt zu jagen, seien erfolglos geblieben. Zudem vermehre sich die Art in Niedersachsen rasant. Daher müsse jetzt umgesteuert werden. Nach Einschätzung des Landvolkes müssen Bund und Länder beim Umgang mit dem Wolf sämtliche Ausnahmemöglichkeiten des Artenschutzes nutzen, die das europäische Recht bietet.

Die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes im vorigen Jahr sei nicht ausreichend, stellte Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers fest. Es müsse rechtssicher möglich sein, übergriffige Wölfe zügig zu schießen. "Ich erwarte, dass die Bundesregierung sich auf EU-Ebene dafür einsetzt, den Schutzstatus für Wölfe im EU-Recht herabzusetzen", so Ehlers. Für ein aktives Wolfsmanagement werde mehr Spielraum gebraucht. Dem Landvolk zufolge sind in dem Bundesland aktuell 35 Wolfsrudel sowie zwei Wolfspaare bekannt. AgE


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