Wasserwirtschaft gegen Agrarexport auf Kosten der Umwelt

Klare Konzepte zur Entlastung der Schutzgüter Boden und Wasser vermisst die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) im Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums für eine Ackerbaustrategie 2035. In ihrer Stellungnahme warnt die DWA insbesondere vor einer Exportausrichtung des Agrarsektors auf Kosten von Umweltbelastungen. "Nur eine zukunftsweisende Ackerbaustrategie sichert die Einhaltung der ökosystembedingten Belastungsgrenzen", betont DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel.

Besonders problematisch für Böden und Gewässer sei nach wie vor der zu hohe Nährstoffanfall aus der intensiven Tierhaltung, vor allem in den Veredlungsregionen. Dies führe zu erheblichen Entsorgungsproblemen für die naturgemäß anfallenden Wirtschaftsdünger. Immer weniger landwirtschaftliche Betriebe hielten immer mehr Tiere; die verfügbare Fläche für eine umweltverträgliche Ausbringung der organischen Dünger werde immer knapper. Grundlage jeglicher landwirtschaftlichen Produktion und speziell des Ackerbaus muss laut der DWA aber sein, dass flächendeckend die geltenden Umweltstandards eingehalten werden. Diese gelte besonders für den in der Grundwasserverordnung festgelegten Schwellenwert von 50 mg Nitrat pro Liter Grundwasser.

Der Ackerbaustrategie steht die Vereinigung eigenen Angaben zufolge "grundsätzlich positiv" gegenüber, hält aber nicht zuletzt die vorgeschlagenen Ziele im Bereich der Düngung für "nicht ausreichend ambitioniert". Anstatt lediglich eine Reduzierung der Nährstoffüberschüsse anzustreben, müsse es darum gehen, die Überschüsse zu vermeiden. Zur Erreichung der Nitratziele schlägt die DWA die Ausweisung von maximalen Nitratverlustmengen aus der Landwirtschaft vor, ähnlich wie beim Parameter Ammoniak. Die Tierhaltung sowie der Betrieb von Biogasanlagen seien zudem zeitnah an den Nachweis ausreichender Flächen zu koppeln, die flächenunabhängige Veredlung zu beenden.

Die Sprecherin für Umweltpolitik der Bundestagfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bettina Hoffmann, begrüßte die Forderungen der Wasserwirtschaft. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner müsse "das Ende der industriellen Massentierhaltung einleiten und den Viehbestand reduzieren". Notwendig sei eine Beschränkung des Viehbestands auf ein umweltverträgliches Maß von maximal 2 Großvieheinheiten (GV) pro Hektar. AgE


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