Suche nach Balance zwischen produktiver Landwirtschaft und mehr Artenvielfalt

Die schwierige Suche nach der richtigen Balance zwischen einer modernen, produktiven Landwirtschaft und der Förderung der Artenvielfalt stand im Mittelpunkt einer von der BASF veranstalteten Diskussionsrunde, bei der gestern in Ludwigshafen Vertreter aus Politik, der Landwirtschaft, dem Naturschutz und der Wissenschaft teilnahmen. Der Vorsitzende des Bundestagsernährungsausschusses, Alois Gerig, zeigte sich überzeugt, dass die Agrarpolitik der Zukunft eine andere sein werde. Unweigerlich müsse ein Teil der Gelder aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Ökologisierung dienen. Der CDU-Politiker hält eine Umstellungsprämie für eine mögliche Lösung. Die Verbraucher müssten aber bereit sein, mehr zu zahlen. Bei den Lebensmittelpreisen sei noch "Luft nach oben".

Für die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad macht es keinen Sinn, Naturschutz über die Steuerpolitik zu fördern. Besser sei es, "vom Acker her" zu denken. "Am besten geht es über die Produkte; die Verbraucher sollten für nachhaltig hergestellte Lebensmittel mehr bezahlen", schloss sich Konrad ihrem Vorredner an. Zugleich warnte sie davor, dass landwirtschaftliche Produktionsbereiche durch eine zu starke Extensivierung ins Ausland verlagert werden könnten, wie dies beispielsweise bei Käfigeiern geschehen sei. Generell gelte es, die EU-Gelder so einzusetzen, dass familiengeführte Landwirtschaftsbetriebe eine Zukunft hätten, forderte die Liberale. Zugleich müssten die Gelder so effizient verwendet werden, dass auch die gesellschaftliche Akzeptanz hoch sei.

Der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL), Dr. Jürgen Metzner, warf die Frage auf, ob Biolandwirtschaft allein schon ein Beitrag zum Insektenschutz sei. Er wies darauf hin, dass der DVL mit allen Landwirten zusammenarbeite, Bio wie auch konventionell. Wichtig sei es, dass der Betrieb eine Gemeinwohlleistung erbringe. "Um die Artenvielfalt zu erhalten, müssen wir in die Fläche kommen", betonte Metzner. Nach seiner Ansicht kann hinsichtlich der Artenvielfalt mit guter Beratung auf großen konventionellen Betrieben genauso viel erreicht werden wie auf kleinen Biobetrieben. Zur Frage der Entlohnung von mehr Wertschöpfung in der Agrarpolitik ist für Metzner eine Umschichtung in die Zweite Säule die falsche Sichtweise. "Wenn wir es schaffen wollen, Wertschöpfung an den Landwirt zu bringen, dann müssen wir dies über die Erste Säule tun, weil diese einkommenswirksam ist", unterstrich der Geschäftsführer. AgE


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