Konrad fordert Agrar- und Umweltpolitik der kleinen Schritte

Eine Agrar- und Umweltpolitik der kleine Schritte, die auch die wirtschaftlichen und praktischen Grenzen bei deren Umsetzung berücksichtigt, hat die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad gefordert. Beim Wirtschaftspolitischen Forum der FDP-Fraktion zur Zukunft der Landwirtschaft beklagte Konrad heute im Rahmen einer Videokonferenz eine "Agrarpolitik aus urbaner Perspektive", die auf die Realitäten und ökonomischen Zwänge in der Landwirtschaft oft wenig Rücksicht nehme. Pauschale Reduktionsziele wie etwa 50 % weniger Pflanzenschutzmittel bis 2030 im Rahmen der Farm-to-Fork-Strategie seien deshalb für sie der falsche Weg, zumal hierbei nicht gesagt werde, wie dieses Ziel überhaupt erreicht werden solle, so die FDP-Politikerin.

Konrad plädiert dafür, den Graben zwischen Gesellschaft und Politik auf der einen Seite und der Landwirtschaft auf der anderen zu überwinden. Dafür müsse die Debatte wegkommen von Maximalforderungen; notwendig sei auch die Anerkennung der bisher erreichten Leistungen, die von den Bauern im Stall und auf dem Feld längst erbracht würden, erklärte die Liberale.

Die FDP-Agrarpolitikerin vermisst zudem ein politisches Bewusstsein für die langen Investitionszeiträume und die dafür erforderliche Planungssicherheit in der Landwirtschaft. Die meisten Schweinehalter hätten beispielsweise in den vergangenen Jahren in teure Filtersysteme investiert und sollten heute ihre Tiere - überspitzt - am besten im Freien halten, monierte Konrad. Sie warnt in diesem Zusammenhang vor einer Überforderung der Bauern, der Vertreibung potentieller Hofnachfolger und einem beschleunigtem Strukturwandel.

Eine zukunftsfähige Agrarpolitik darf nach dem Verständnis der FDP-Politikerin nicht nur "sagen, was nicht geht", sondern muss umsetzbare Forderungen mit ausreichendem Zeithorizont aufstellen. Die Herausforderungen des Klima- und Umweltschutzes, aber auch der Sicherung der Lebensmittelproduktion lassen sich nach Konrads Überzeugung ohnehin nicht durch Verbote und Auflagen bewältigen. Stattdessen müssten technologische Innovationen in Pflanzenschutz und Züchtung stärker als bisher genutzt werden. Dazu gehöre ebenfalls eine Beschleunigung und Entrümpelung des deutschen Zulassungsverfahrens für neue Pflanzenschutzwirkstoffe, betonte Konrad. AgE


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