EU handelt weniger Geflügelfleisch mit Drittstaaten

Die Ein- und Ausfuhren von Geflügelfleisch der Europäischen Union sind im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig gewesen. Für die geringeren Handelsmengen machen Experten die Folgen der Corona-Pandemie und des Brexits, aber auch die Probleme mit der Geflügelpest in einigen Ländern verantwortlich. Nach Angaben der EU-Kommission wurden aus der EU-27 von Januar bis Juni 2020 insgesamt 829 100 t Geflügelfleisch exportiert; das waren 57 700 t oder 6,5 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig schwächte sich der Import um 41 500 t beziehungsweise 12,8 % auf 282 200 t ab.

Einen großen Einfluss auf dieses Ergebnis hatte der deutlich nachlassende Warenaustausch mit dem Vereinigten Königreich, für welches allerdings nur Daten von Januar bis April vorlagen. In dieser Periode waren die Geflügelfleischausfuhren der 27 Mitgliedstaaten auf die Insel um 116 800 t oder 26,6 % auf 322 200 t rückläufig; die Einfuhren von dort verringerten sich um 40 400 t oder 23,4 % auf 132 300 t. Damit war und ist Großbritannien aber mit Abstand der wichtigste Handelspartner der EU bei Geflügelfleisch; ein ungeregelter Brexit ohne die jetzt noch geltende Zollfreiheit würde die Marktbeteiligten spürbar treffen.

Einen deutlichen Absatzrückgang im Drittlandhandel mussten die EU-Anbieter mit einem Minus von 25,5 % auf 61 750 t auch in der Ukraine hinnehmen. Dafür konnten die Lieferungen auf die Philippinen um 13,4 % auf 106 900 t ausgedehnt werden, der Inselstaat war damit zweitwichtigster EU-Kunde. Den stärksten relativen Anstieg verzeichnete jedoch der Export in den Kongo, der um 57,7 % auf 50 600 t nach oben schnellte.

Dass im ersten Halbjahr 2020 weniger Geflügelfleisch aus Drittstaaten auf den EU-Binnenmarkt gelangte, lag auch an den geringeren Lieferungen aus Brasilien, die um 10,0 % auf 121 800 t abnahmen. Zudem wurde mit 86 100 t auch 7,1 % weniger Ware aus Thailand bezogen; die Einfuhrmenge aus der Ukraine brach wegen des dortigen Ausbruchs der Vogelgrippe um fast ein Drittel auf 46 850 t ein. Die Kommission erwartet für das gesamte Jahr 2020 in der Gemeinschaft ein Importminus von 10 %, wozu im Wesentlichen der coronabedingte Verbrauchsrückgang beitragen soll. AgE


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