Europäische Milchindustrie ruft zu Pragmatismus auf

Mit Blick auf die weitergehenden Gespräche zu den künftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich hat der Europäische Milchindustrieverband (EDA) Pragmatismus von allen Beteiligten gefordert. Bei den kommenden Verhandlungen werde ein "beispielloser" Pragmatismus gebraucht, erklärte die EDA am Freitag. Die Zukunft der europäischen und britischen Milchwirtschaft stehe auf dem Spiel. Erschütterungen könnten das wirtschaftliche und soziale Rückgrat des ländlichen Europa in Mitleidenschaft ziehen.
Laut EDA muss ein ausgewogenes Abkommen erzielt werden, dass der Wirtschaft und den Bürgern auf beiden Seiten des Kanals zugutekommt. Der Binnenmarkt der EU müsse wie die Wettbewerbsgleichheit geschützt und erhalten werden, während zugleich dem Vereinigten Königreich ausreichend Spielraum eingeräumt werden müsse. Weder das eine noch das andere dürfe geopfert werden, betonte der Verband.

Nach seinen Angaben drohen bei einem Scheitern der Verhandlungen signifikante Verwerfungen im Handel mit Milch und Milchprodukten. Mehr als 1,2 Mio t Ware könnten gezwungen sein, neue Absatzmärkte zu finden, wenn die britischen Verbraucher die zusätzlichen Abgaben nicht akzeptieren wollten. Für die 2019 aus der EU über den Kanal exportierten Käselieferungen drohten Abgaben von mehr als 800 Mio Euro.

Die EU und Großbritannien werden ihre Gespräche morgen fortführen. Den Anfang macht ein Arbeitsessen der beiden Verhandlungsführer Michel Barnier und David Frost; anschließend sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Den Abschluss macht erneut ein Treffen der Chefunterhändler am Freitag. AgE


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