Scharfe Kritik des Kartoffelhandelsverbandes

Scharfe Kritik am Wahlkampfplakat der nordrhein-westfälischen Grünen zum Kartoffelanbau hat nun auch der Deutsche Kartoffelhandelsverband (DKHV) geübt. Die Wahlwerbung gehe "komplett an der Realität vorbei", erklärten der Präsident und der Geschäftsführer des DKHV, Thomas Herkenrath und Dr. Sebastian Schwarz, in einem offenen Brief an die Landesvorsitzenden der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur und Felix Banaszak. Kartoffeln würden bei einer Glyphosatanwendung im Feldbestand sofort absterben. Deshalb sei der Wirkstoff in der Kartoffelkultur grundsätzlich verboten. "Rufen Sie uns doch einfach das nächste Mal, bevor Sie unsinnige Wahlplakate veröffentlichen und unsere Branche öffentlich in Misskredit bringen", so Herkenrath und Schwarz. Die Grünen seien herzlich eingeladen, sich auf den heimischen Betrieben ein Bild von der Kartoffelwirtschaft zu machen. Dabei komme man gerne ins Gespräch. Fragen, die die Branche interessierten, seien unter anderem die Ökologisierung der Landwirtschaft, Qualitätsnormen und das kommende Insektenschutzgesetz. Zuvor hatte bereits der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Gero Hocker, das Plakat kritisiert. Dieses scheine aus der Serie "Knapp daneben ist auch vorbei" zu stammen, denn nicht "auch", sondern "nur" ohne Glyphosat sei an eine Kartoffelernte auch nur zu denken. Glyphosat sei ein Totalherbizid, das selbstverständlich gerade nicht im Kartoffelanbau eingesetzt werde. Die CDU-Landtagsfraktion wertete das Plakat als "Beleg dafür, dass man vom Sachverhalt keine Ahnung hat". Die Grünen verteidigten ihr Plakat. Glyphosat werde angewendet, um Durchwuchskartoffeln auf Getreidestoppeln zu bekämpfen. Zudem sei der Wirkstoff zu einem Synonym einer "chemiebasierten industriellen Landwirtschaft geworden, die Gesundheits- und Umweltschutz vernachlässigt". Das gelte auch für den Kartoffelanbau. Hier würden "hochgiftige" Stoffe zur Sikkation eingesetzt. AgE


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