Einsatzmenge weiter gesunken

Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist im vergangenen Kalenderjahr weiter gesunken. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute unter Verweis auf aktuelle Auswertungsergebnisse mitteilte, verringerte sich die Einsatzmenge 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 % beziehungsweise 52,2 t auf 670 t; das war der niedrigste Wert seit der ersten Erfassung im Jahr 2011. Damals waren 1 706 t Antibiotika in der Tiermedizin zum Einsatz gekommen.
Als "erfreulich" wertete das BVL vor allem, dass die abgegebenen Mengen der für die Therapie beim Menschen besonders wichtigen Fluorchinolone sowie Cephalosporine der dritten und vierten Generation auf den niedrigsten Wert seit 2011 gesunken sei. Von Cephalosporinen der dritten und vierten Generation seien 2019 zusammen 1,3 t eingesetzt worden, nach 1,8 t im Jahr davor. Die Absatzmenge an Fluorchinolonen habe sich von 7,7 t auf 6,0 t verringert.

Ein Grund dafür sei vermutlich die Änderungen der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV), erklärte das Bundesamt. Diese schreibe seit dem 1. März 2018 vor, dass bei der Anwendung dieser Mittel ein Empfindlichkeitstest für Bakterien nach standardisierten Verfahren durchzuführen sei. Abgegeben wurden von Tierärzten 2019 laut den Daten des BVL wie in den Vorjahren vor allem Penicilline und Tetrazykline. Davon wurden im vergangenen Jahr 264 t beziehungsweise 140 t ausgegeben. Auf Platz drei der mengenmäßig am häufigsten eingesetzten Antibiotika kamen Polypeptidantibiotika wie Colistin mit 66 t, gefolgt von Sulfonamiden mit 59 t, Makroliden mit 57 t sowie Aminoglykosiden mit 34 t.

Weil die Mehrzahl der Wirkstoffe für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist, kann dem BVL zufolge keine Zuordnung der gemeldeten Wirkstoffmengen zu einzelnen Tierarten erfolgen. Was die regionale Verteilung betrifft, macht das Bundesamt die mit Abstand höchste Abgabemenge auch 2019 weiterhin in der Postleitzahlen-Region 49 in Niedersachsen aus. Allerdings habe die Einsatzmenge von 2011 bis 2019 in fast allen Regionen Deutschlands abgenommen. AgE


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