Mähdrescher in Sachsen-Anhalt kommen zügig voran

In Mitteldeutschland kommt die Getreideernte zügig voran, da Niederschläge nur selten zu Pausen zwingen. Allerdings ist ergiebiger Regen nach Angaben des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt jetzt dringend erforderlich, damit es bei Mais und Zuckerrüben nicht zu größeren Ertragseinbußen kommt. "Die Ernte ist besser als in den letzten beiden Jahren, aber immer noch unter dem Durchschnitt", fasste Bauernpräsident Olaf Feuerborn heute den aktuellen Stand der Erntekampagne 2020 zusammen. Im Unterboden hätten sich nach wie vor keine Wasservorräte bilden können, von denen die Pflanzen zehren könnten.

Der Drusch der Wintergerste ist nach Angaben des Landesbauernverbandes mittlerweile abgeschlossen. Der Wassermangel habe die Bestände vorzeitig abreifen lassen. Außerdem habe es aufgrund der Spätfröste Anfang Mai auf einigen Flächen große Schäden gegeben. Der Raps ist dem Verband zufolge fast überall reif und der Drusch gehr bei der Ölsaat zügig voran. Die Erträge seien sehr heterogen und reichren von "extrem niedrig bis ganz zufriedenstellend". Die Anbaufläche beim Raps sei zur Ernte 2020 wieder ausgedehnt worden. Zuvor waren die Anbauflächen kräftig eingeschränkt worden, was der Bauernverband Sachsen-Anhalt dem Verbot wichtiger Pflanzenschutzmittel 2018 und einem dadurch erhöhten Anbaurisiko zuschreibt.

Anders als Gerste und Raps konnte der Winterweizen die Niederschläge vom Juni laut dem aktuellen Situationsbericht teilweise noch verwerten, so dass viele Betriebe hier auf bessere Erträge hoffen. Unterdessen müssten Landwirte in weiten Teilen von Sachsen-Anhalt "mit Sorge feststellen", dass der Befall durch Feldmäuse massiv zunehme. Hoch problematisch sei die Lage besonders im Süden des Landes, wo streckenweise über die Hälfte der Bestände durch die Schadnager vernichtet worden sei. Einige Ackerfutterflächen mit Luzerne hätten aufgrund der Schäden komplett umgebrochen werden müssen.

Die aktuelle Prognose lässt die Bauern in Sachsen-Anhalt 2020/21 auf eine etwas bessere Futterversorgung als in den Jahren davor hoffen. Ein komfortabler Futterstock für den kommenden Winter sei aber nicht zu erwarten, so der Landesbauernverband. Aufgrund fehlender Niederschläge und des weiter bestehenden Wasserdefizits im Boden hätten bisher teilweise nur 50 % der normalen Futtermenge geerntet werden können. Viele Betriebe hätten deshalb absehbar Schwierigkeiten, den Futteranschluss zu sichern. AgE


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