DBV rechnet mit deutlich weniger Wintergerste

Der Deutsche Bauernverband (DBV) veranschlagt die heimische Wintergerstenernte in einer ersten Schätzung, für die bereits erfasste Druschergebnisse zugrundegelegt wurden, auf 8,9 Mio t. Die diesjährige Menge würde damit in etwa dem Mittel der Jahre 2015 bis 2019 entsprechen, das Vorjahresniveau von 9,8 Mio t aber um 9,2 % verfehlen. Wie der DBV heute in Berlin mitteilte, ist dies einerseits die Folge einer kleineren Wintergerstenfläche, die im Jahresvergleich um 2,3% auf 1,32 Mio ha schrumpfte. Noch stärker schlage allerdings der um 7 % auf rund 67 dt/ha gefallene Durchschnittsertrag zu Buche.

"Die Druschergebnisse der Wintergerste bestätigen die erwarteten Mindererträge in vielen Regionen, die auf die Frühjahrstrockenheit im März und April sowie die Frostereignisse im Mai zurückzuführen sind", kommentierte DBV-Präsident Joachim Rukwied den zuletzt wiederholt durch Niederschläge unterbrochenen Gerstendrusch. Die Wintergerstenerträge fallen nach Beobachtung des DBV in Abhängigkeit von Menge und Verteilung der Niederschläge, der Bodengüte und damit der Wasserhaltefähigkeit der Böden selbst kleinräumig sehr heterogen aus. Ebenfalls sehr unterschiedlich gestalte sich der Fortgang der Erntearbeiten. Die unbeständigen Witterungsbedingungen der letzten beiden Wochen hätten die Landwirte immer wieder zu Erntepausen gezwungen. Der Drusch von Winterweizen und von Winterraps habe erst in wenigen Regionen begonnen.

Für einen zügigen Fortgang der Getreide- und Rapsernte hoffen die deutschen Landwirte nun laut Bauernverband auf trockene Witterungsbedingungen. "Gerade der Winterweizen verliert an Qualität, sofern die erntereifen Bestände wiederholten Niederschlägen ausgesetzt sind und somit nicht geerntet werden können", erläuterte Rukwied mit Blick auf die wichtigste Getreideart im deutschen Anbau. Für eine üppige Entwicklung der Maisbestände und des Grünlandaufwuchses sei dagegen eine gleichmäßige Wasserversorgung erforderlich, damit Futterbaubetriebe ausreichend Grundfutter für ihre Tierbestände bergen können, so der DBV-Präsident. AgE


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