Fleischimporte schnellen in die Höhe

Die Fleischeinfuhren Chinas haben im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum kräftig zugenommen. Nach vorläufigen Angaben der allgemeinen Zollverwaltung wurden insgesamt 4,75 Mio t Fleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen importiert; das waren gut 2 Mio t oder 73,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Noch stärker stiegen die Importausgaben, die sich auf 15,62 Mrd $ (13,78 Mrd Euro) verdoppelten. Besonders groß war der Einfuhrbedarf bei Schweinefleisch; die Bezüge legten laut Zoll gegenüber der Vorjahresperiode um 140 % auf 2,12 Mio t zu. Für Rindfleisch wurde ein Anstieg um 43 % auf 997 000 t gemeldet. Die Zollbehörde gab zudem an, 15 neuen US-Unternehmen die Exporterlaubnis für Schweine-, Rind- oder Geflügelfleisch erteilt zu haben.

Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium gestern mitteilte, ist der Wiederaufbau der chinesischen Schweinebestände im vollen Gange und die Afrikanische Schweinepest (ASP) durch die Sicherheitsmaßnahmen weitgehend unter Kontrolle. Dem Agrarressort zufolge ist die die Zahl der Sauen seit September 2019 neun Monate in Folge gestiegen und lag zuletzt um 28,6 % über dem Septemberniveau. Erstmals seit April 2018 wurde im Juni beim Sauenbestand auch wieder der vergleichbare Vorjahresmonat übertroffen, und zwar um 3,6 %. Zudem seien im ersten Halbjahr 6 177 neue größere Schweinefarmen in Betrieb genommen worden. Auch die kleinen Privathaushalte stockten ihre Bestände wieder auf.

Das Ministerium wies ferner darauf hin, dass nach dem Ende der strikten Corona-Restriktionen der überregionale Transport von Schweinen wieder zunehme. So seien im Juni 1,21 Millionen Ferkel und 205 000 Sauen in die Provinzen verbracht worden, was im Vergleich zum Vormonat einen Anstieg von 41,6 % beziehungsweise 14,5 % bedeutete. Die Zahl der insgesamt in der Volksrepublik gehaltenen Schweine bezifferte das Ministerium für Ende Juni auf 340 Millionen, was einem Zuwachs von 30 Millionen Tieren seit Jahresbeginn entspreche. Den gegenwärtigen Anstieg der Schlachtschweine- und Fleischpreise erklärte das Ministerium mit saisonalen Gründen. Im Juni sei die Nachfrage stärker gewachsen als das Angebot, doch dürften durch die Bestandserholung in der zweiten Jahreshälfte mehr Schlachttiere zur Verfügung stehen; zudem werde das Fleischangebot durch Importe ergänzt. AgE


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