Nachhaltige Landschaftsentwicklung durch Stärkung der Zweiten Säule

Eine Umstellung der landwirtschaftlichen Förderung auf EU-Ebene weg von flächengebundenen Zahlungen ist für Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks ein naheliegender Schritt zur Stärkung der nachhaltigen Landschaftsentwicklung in Deutschland und Europa. Das Prinzip, Subventionen verstärkt an „Leistungen für die Allgemeinheit, wie den Schutz von Boden, Wasser und Luft und die Produktion gesunder Lebensmittel“ zu orientieren, könne am stärksten zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beitragen, betonte die Ressortchefin heute auf der Weltkonferenz zur nachhaltigen Entwicklung von Landschaften (GLF) in Bonn. Das voranzutreiben, sei Aufgabe der kommenden Bundesregierung bei den Verhandlungen über die nächste Finanzierungsperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Die Lösung der schwerwiegenden Probleme in den ländlichen Räumen weltweit steht laut Dr. Stefan Schmitz vom Bundesentwicklungsministerium an erster Stelle beim Schutz des Klimas und die Ernährungssicherung. Vielerorts seien die Regionen nicht bereit für die immensen anstehenden Aufgaben und stünden vor massiven Schwierigkeiten. So lebten 70 % aller armen und hungernden Menschen im ländlichen Raum. Arbeits- und Perspektivlosigkeit habe „ein ländliches Gesicht“, insbesondere unter jungen Menschen. In Afrika drängten bis 2030 jedes Jahr zusätzlich 440 Millionen Menschen auf den Arbeitsmarkt, die Mehrzahl von Ihnen in ländlichen Gebieten.

Zugleich gingen jedes Jahr 10 Mio ha an fruchtbarem Boden verloren. Der jährliche Verlust von Naturwald in den Tropen liege in etwa in ähnlicher Größenordnung. Wenn alle diese Aspekte zusammenkommen, wachsen laut Schmitz Krisen und Konflikte und damit die Zahl der Kriegs-, Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge. „Wenn es der sogenannten entwickelten Welt nicht gelingt, die Probleme des globalen Südens mitzulösen, werden die Menschen des globalen Südens aufbrechen und ein besseres Leben im globalen Norden suchen“, ist der Referatsleiter überzeugt. Der ländliche Raum verdiene daher eine deutlich größere politische Aufmerksamkeit. AgE


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